Dart Regeln Killer - offiziell & einfach erklärt
„Killer“ ist eine der beliebtesten Pub-Varianten, weil sie schnell erklärt ist, viel Interaktion bietet und selbst in großen Gruppen gut funktioniert. Jeder Spieler erhält zunächst eine eigene Zahl. Wer das Doppelfeld seiner eigenen Zahl trifft, wird zum Killer. Ab diesem Moment darf er die Doppelfelder der Zahlen seiner Gegner anvisieren und ihnen „Leben“ abziehen. Wer keine Leben mehr hat, scheidet aus. Gewonnen hat, wer als Letzter noch Leben besitzt. Diese Grundstruktur findest du in praktisch allen verbreiteten Regelbeschreibungen wieder.
Das Ziel des Spiels
Ziel ist es, Killer zu werden und anschließend die Leben der Gegner zu reduzieren, bis nur noch ein Spieler übrig bleibt. Damit das fair und abwechslungsreich bleibt, beginnt jeder mit derselben Anzahl an Leben (typisch drei). Killer-Treffer erfolgen ausschließlich über die Doppelfelder der gegnerischen Zahlen; alle anderen Segmente sind für das Abziehen von Leben bedeutungslos. Diese Kernlogik ist in deutsch- und englischsprachigen Beschreibungen einheitlich.
Spielstart und Nummernvergabe
Zum Start erhält jede Spielerin und jeder Spieler eine persönliche Zahl. Gängig sind zwei Wege, die auch in vielen Anleitungen genannt werden:
- „Falsche Hand“: Jede Person wirft mit der nicht dominanten Hand einen Dart; die getroffene Zahl wird zur persönlichen Zahl. Trifft man eine bereits vergebene Zahl, wird erneut geworfen. Diese Methode ist besonders verbreitet und balanciert Stärken aus.
- Zulosung/Absprache: Alternativ können Zahlen gelost oder frei zugewiesen werden (z. B. nur 5–20), wenn die Gruppe das bevorzugt. Beides ist als Hausregel üblich.
Anschließend wird das Anwurfrecht wie üblich ausgebullt. Gespielt wird in Aufnahmen zu drei Darts.
Vom Spieler zum „Killer“
Ein Spieler wird Killer, sobald er mindestens einmal das Doppelfeld der eigenen Zahl trifft. In vielen Beschreibungen wird das am Scoreboard mit einem „K“ markiert. Erst ab diesem Moment darf er gegnerische Doppelfelder angreifen, um Leben zu entziehen. Diese Abfolge – zuerst eigenes Double, dann Gegner – ist in den verbreiteten Regelwerken konsistent.
Leben, Trefferwert und Eliminieren
In der Standardfassung startet jede Person mit drei Leben. Ein Treffer im Doppelfeld der gegnerischen Zahl zieht ein Leben ab; bei Triple-Feldern gibt es keinen Zusatzabzug, denn Killer-Aktionen gelten nur über Double. Manche Runden erlauben, dass ein Double-Treffer mit einem einzigen Dart auch mehr als ein Leben abzieht, wenn er z. B. „glasklar“ zählt oder das Feld an der Trennlinie gewertet wird. Das ist jedoch keine Standardregel und sollte nur als Hausregel gelten. Was überall gleich bleibt: Wer keine Leben mehr hat, scheidet sofort aus.
Fair Play und Schutzregeln
Damit das Spiel fair bleibt, gibt es in vielen Gruppen Schutzregeln. Häufig gilt: Eigene Zahl nicht angreifen (kein „Suizid-Treffer“), erst angreifen, wenn man selbst Killer ist, und keine Doppelzählung für verwackelte Grenztreffer. Einige Anleitungen erwähnen außerdem Varianten, bei denen Spieler erst dann angegriffen werden dürfen, wenn alle bereits Killer sind; üblich ist das nicht, kann aber in sehr ungleichen Gruppen für Balance sorgen.
Schreibweise und Zählhilfe
Auf der Tafel notierst du links die Namen, daneben die persönlichen Zahlen und rechts die Leben (z. B. „♥♥♥“ oder „III“). Sobald jemand Killer ist, markierst du ein „K“ neben dem Namen. Jeder Verlust eines Lebens wird sofort vermerkt. Diese Schreibweise ist intuitiv und wird in vielen Anleitungen empfohlen.
Maße und Aufbau
Höhe des Bulls, Oche-Abstand und Messweise sind variantenübergreifend identisch.
Varianten (vor Spielbeginn festlegen)
Die Grundidee bleibt gleich, aber es gibt einige verbreitete Haus- und Ligavarianten, die du je nach Gruppe wählen kannst:
- Lebenspunkte variieren: Start mit 2, 3 oder 5 Leben; für große Gruppen bewährt sich „2 Leben, kurze Runden“.
- Doppel zählt doppelt: Ein Treffer im gegnerischen Double zieht 2 Leben ab. Diese Variante beschleunigt das Spiel, ist aber „hart“. Nicht Standard, daher klar absprechen.
- Schutz bis alle Killer sind: Es darf erst angegriffen werden, wenn alle zu Killern geworden sind. Das verhindert frühe Eliminierungen. Selten, aber nützlich in Mixed-Skill-Runden.
- Team-Killer: Zwei Teams, gemeinsame Leben oder individuelle Leben mit Teamwertung. Praktisch für 6+ Spieler. (Praxisvariante, häufig in Pubs.)
- Nummern-Pool eingrenzen: Zahlen nur 5–20 oder 10–20, um extreme Ränder zu vermeiden. Erhöht den Spielfluss.
Hinweis zur Praxis: Einige englische Anleitungen erwähnen, dass man Gegner auch dann eliminieren kann, wenn diese noch kein Killer sind. Das ist regelkonform, erhöht aber die Härte. Wer fair balancieren will, nutzt die Schutzregel oben.
Beispielrunde: Killer in Aktion
- Nummernvergabe: Mit der nicht dominanten Hand bekommt A die 14, B die 9, C die 18.
- Aufnahme 1 (A): Trifft D14 → A wird Killer. Die restlichen Darts verfehlen gegnerische Doubles.
- Aufnahme 1 (B): Verfehlt D9 → noch kein Killer.
- Aufnahme 1 (C): Trifft D18 → Killer. Danach D14 → A verliert 1 Leben.
- Mittelspiel: A trifft D9 → B verliert 1 Leben; C verfehlt. B wird in der nächsten Aufnahme Killer.
- Eliminierung: C trifft erneut D9 und D9 → B verliert 2 weitere Leben und scheidet aus (Variante „Double zählt einfach“ würde hier nur 1 pro Treffer abziehen).
- Finish: A und C bleiben übrig; wer dem anderen die letzten Leben nimmt, gewinnt.
Diese Dramaturgie ist typisch: Der Einstieg ins eigene Double ist entscheidend. Wer früh Killer wird, kontrolliert das Match.
Häufige Fragen (FAQ)
Drei Leben sind Standard. In großen Gruppen sind zwei Leben sinnvoll, damit die Runde nicht zu lange wird.
Als Angriff nein. Eigene Double-Treffer zählen in der Regel nicht oder gelten als Fehlwurf. Manche Gruppen werten absichtliche Treffer auf die eigene Zahl als Selbstverlust von Leben, das ist aber eine Hausregel.
Ja, sobald du Killer bist, darfst du angreifen, auch Spieler, die noch kein Killer sind. Einige Gruppen schützen Einsteiger, indem sie Angriffe erst ab „alle sind Killer“ erlauben.
Für das Abziehen von Leben zählt nur das Double. Triple hat keine spezielle Killer-Wirkung. (Als Hausregel kann man „Double zählt 2 Leben“ einführen; Standard ist 1 Leben pro Double-Treffer.)
Am verbreitetsten ist der Wurf mit der nicht dominanten Hand. Alternativ Los/Absprache.
Fazit
Killer ist schnell, interaktiv und perfekt für gemischte Gruppen. Der erste Double-Treffer auf die eigene Zahl ist der Schlüssel: Wer früh Killer wird, bestimmt, wen er unter Druck setzt. Mit klaren Hausregeln zu Leben, Schutz und Trefferwertung passt sich das Spiel jeder Runde an, von einer kurzen Kneipenpartie bis zur großen Teamrunde.